Beschlussvorlage Modellversuch BF16

Entwurf Stand 19.2.2018 Beschlussvorlage Modellversuch BF16
des DVR-Vorstandsausschusses Junge Kraftfahrer 1. Hintergrund/ Erläuterung

Das Begleitete Fahren ab 17 (BF17) hat sich nach seiner Erprobung ab 2004 in Niedersachsen und seiner Übernahme in das bundesweite Dauerrecht 2010 zur bisher erfolgreichsten Maßnahme zur Erhöhung der Fahranfängersicherheit entwickelt. Jugendliche, die am BF17 teilnehmen sind im ersten Jahr ihres selbstständigen Fahrens 23% seltener an Verkehrsunfällen beteiligt und verzeichnen 22% weniger Verkehrsauffälligkeiten als Jugendliche, die nicht an BF17 teilgenommen haben.

Die Evaluation des Begleiteten Fahrens zeigte auch, dass je mehr gefahren wird, auch die Sicherheitswirkung des BF17 steigt, dabei gehen schwere Verkehrsauffälligkeiten mit zunehmender Fahrpraxis stärker zurück als Bagatellunfälle.

In der Praxis schafft es aber nur ungefähr ein viertel der Jugendlichen, die maximale Begleitzeit von zwölf Monaten auszunutzen. In einer Fahranfängerbefragung1 von 2014 betrug die durchschnittliche Begleitdauer nur 8,4 Monate, was dem Erhalt der Prüfbescheinigung 4,6 Monat nach dem 17. Geburtstag entspricht. Viele Jugendliche werden noch deutlich später fertig und weisen aber noch deutlich kürzere Begleitzeiten auf, einigen gelingt die anvisierte Teilnahme am BF17 gar nicht mehr.

Der häufigste Grund für den verspäteten Eintritt ins begleitete Fahren sind Probleme mit dem Zeitmanagement der Jugendlichen, die insbesondere in dieser Lebensphase aufgrund der schulischen und beruflichen Veränderungen besonders gefordert sind. Im Durchschnitt beginnen sie ihre Fahrschulausbildung erst 1,8 Monate vor dem 17. Geburtstag und benötigen 6,8 Monate für die Ausbildung.

Mit der nicht vollständigen Ausnutzung der maximalen Begleitzeit wird damit ein wichtiger, möglicher weiterer Sicherheitsgewinn verschenkt. Ggf. kann auch ein früherer Einstieg in die Begleitphase die Motivation erhöhen, am Begleiteten Fahren teilzunehmen, da die Erhöhung der möglichen Begleitdauer einen Anreiz sowohl für Begleiter als auch den zu Begleitenden setzt. Aktuell wird das Angebot nur von etwas mehr als einem Drittel der Fahranfänger genutzt.

Eine Verlängerung der Begleitphase durch einen früheren Erwerb der Fahrerlaubnis würde allen Jugendlichen ein längeres und wirkungsvolleres Begleitetes Fahren ermöglichen. Umfragen unter BF17-Teilnehmern zeigten, dass gut die Hälfte von Ihnen an einem derartigen BF16 Interesse gehabt hätten.

2. Beschluss:

Der DVR fordert:

1 noch unveröffentlichte Studie „Fahranfängerbefragung 2014: 17-jährge Teilnehmer und 18-jährige Nichtteilnehmer am Begleiteten Fahren“ der Instituts für empirische Soziologie Nürnberg, Dr. Funk im Auftrag der BASt

1. Das Begleitete Fahren ab 16 (BF16) soll in einem regional begrenzten Modellversuch erprobt werden. Das Fahren ohne Begleitperson und der Erhalt des Führerscheins soll weiterhin erst ab 18 Jahren möglich sein. Der DVR unterstützt deshalb die Bestrebungen des Landes Niedersachsen und weiterer Länder, einen regional begrenzten Modellversuch durchzuführen.

2. Der Beginn der Fahrausbildung soll ab dem 16. Geburtstag möglich sein.

3. In der Evaluation ist insbesondere auf die Entwicklung der Fahrleistung und Fahrhäufigkeit über den deutlich längeren Begleitzeitraum sowie auf mögliche Probleme durch ein höheres Konfliktpotential in der Begleitung der deutlich jüngeren Fahranfänger zu achten.

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